Bauherr
Airbus Deutschland GmbH
Auftraggeber
Architekten
Von Gerkan, Marg und Partner
Bauaufgabe
Der weltweit operierende Flugzeughersteller Airbus hat im Zuge der Erweiterung seiner Produktionsstätten in Hamburg-Finkenwerder eine neue Endmontagehalle für den Airbus A380 realisiert. Hier werden Flugzeugausstattungsteile eingebaut und im Anschluss werden die Flugzeuge in Hamburg an die Kunden übergeben.
Für den Bau der Halle wurden dem „Mühlenburger Loch“, einer 1935 entstandenen Start- und Landebahn für Flugboote, 140 Hektar Land abgerungen, da die bestehenden Hallen den gewaltigen Dimensionen des A380 nicht gewachsen waren. Ein international ausgeschriebener Wettbewerb brachte die richtige architektonische Lösung für das Bauvorhaben. Das Gebäude sollte zugleich die Erfordernisse einer Montagehalle erfüllen und den A380 in das entsprechende Rampenlicht rücken. Der Entwurf der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Die Form des Gebäudes folgt der Kontur des A380. So konnten die Raumvolumina optimiert und auf ein wirtschaftliches Minimum reduziert werden. Auf fünf Stockwerken befinden sich an der Südseite sämtliche Nebenfunktionsräume, bestehend aus Büro-, Technik- und Sozialräumen in einem einhüftigem Riegelbau. Die Grundabmessungen der Halle betragen etwa 370 x 80 m bei einer Hallenhöhe von 22 m. Die Nase des A380 durchstößt die Haupthalle förmlich auf der Südseite. Hier existieren vier taschenartige Ausstülpungen, die so genannten Bughutzen. Das Dach passt sich ebenso den Abmessungen und der Kontur des A380 an. Dem Seitenleitwerk weicht das Dach bis in eine Höhe von 31,30 m aus und es entstehen die so genannten Heckhutzen, denen das Dach sein charakteristisches Aussehen verdankt.
Sandaufspülungen ermöglichten den zusätzlichen Landgewinn, stellten jedoch besondere technische Anforderungen an die Gründungsmaßnahmen. Alle Lasten werden als einachsig gespannte Plattendecke mit Balkenrost mit Pfahlgründung in den Untergrund abgetragen. Die vier je 92 x 80 m großen Abschnitte der Halle formen den gesamten Hallenraum und ermöglichen aufgrund der stützenfreien, zweiachsig überspannten Stahlbaukonstruktion mit außen liegendem Haupttragwerk enorme Freiflächen.
Eine weitere Besonderheit des Bauwerks ist die Herstellung des hochbelastbaren Hallenbodens als Heizbeton mit oberflächlicher Nutzschicht, der erhöhte Anforderungen an die Ebenheitstoleranzen stellt.
Insgesamt vier A380, in der Höhe und der Breite immerhin um ganze 25% größer als die Boeing 747 passen nebeneinander in die Montagehalle. Die Dimensionen der Halle werden im Längsschnitt besonders deutlich. Insbesondere das mächtige Haupttragwerk sticht dem Betrachter ins Auge.
Planungsleistungen
HRP ergänzte die Genehmigungsplanung und erstellte die gesamte Ausführungsplanung für die Pfahlgründung und den hoch belasteten Hallenboden auf Balkenrosten sowie die bis zu 5-geschossigen Massivbauten.
Daten
| Gebäude | Neubau einer Werkshalle als Ausstattungsmontagehalle für den Airbus A380 |
| BGF | 61.000 m² |
| BRI | 700.000 m³ |
| Baubeginn | 03/2003 |
| Fertigstellung |
08/2004 |
Informationen im Web
EADS-News: Deutscher Bundeskanzler weiht Airbus-Montagehalle für die A380 in Hamburg ein
Die Architekten-Information von Hörmann (Portal 05/2005):
A380 Auslieferung an Emirates (Viele Bilder und Videos)
Bilder im Web
wikimedia.org Bild 1
wikimedia.org Bild 2
wikimedia.org Bild 3